Impressionen der Eisbrecher-Reise - 17. -28. Juli 2006

Der Eisbrecher Kapitan Dranitsyn kreuzte im Juli 2006 durch Franz Josef Land. Erinnerungen wurden wach.
Viktor Bojarski leitete als erfahrener Polarnik diese exklusive Polarfahrt, die Direktor Alexej Mironov von Poseidon Arctic Voyages mit viel Engagement organisiert hat. Eisbrecherkapitän Sergej Papko dirigierte „sein“ Schiff sicher durch die arktischen Gewässer des Archipels. Mir wurde die große Ehre zu Teil, als Lektor und Fotograf das hochkarätige PAV-Team mit Sepp Friedhuber, Helfried Weyer, Christine Reinke-Kunze und Franz Gingele ergänzen zu dürfen – und nun Franz Josef Land bereits zum vierten Mal erleben und dokumentieren zu können.

Immer wieder bot sich für Viktor und mich auch die Gelegenheit, die Route der Skiexpedition von 2005 zu rekapitulieren. Eindrucksvoll, wie unterschiedlich sich die Inselgruppe im Laufe der Jahreszeiten doch präsentiert. Konnte unsere Payer-Weyprecht-Gedächtnisexpedition im Frühling 2005 mit Ski und Schlitten über die zugefrorenen Sunde von Insel zu Insel ziehen, glitt der Eisbrecher nun im heißen Sommer 2006 großteils durch eisfreie Wasserstraßen. Die Basaltklippen, Gletscher und Eisberge zeigten sich dabei oft geheimnisvoll wolken- und nebelverhangen oder in mystisches Licht der Mitternachtssonne getaucht.

Der russische Eisbrecher lief am 17. Juli 2006 in Murmansk aus und erreichte nach zwei Tagen durch die sturmgepeitschte Barentssee den abgelegenen Archipel Franz Josef Land. Mit Schlauchbooten oder dem MJ-2 Helikopter gelangen Anlandungen an spektakulären oder historisch bedeutsamen Orten wie an der legendären Polarstation „Stille Bucht“, bei den Steinkugeln auf der Insel Champ, auf einem Eisberg in der De Long Bucht, bei Nansens Überwinterungslager am Kap Norwegen, am Kap Heller der tragischen Wellman Expedition oder an den bizarren Felsnadeln des Kap Tegetthoff.

Wir konnten Walrosse, Eisbären, Robben, eine Vielzahl an Polarvögeln und sogar die seltenen Beluga- und Buckelwale beobachten. An Land war es geradezu unglaublich, welch buntes Leben die arktische Flora in der kurzen sommerlichen Vegetationsperiode hervorzauberte: Der zarte Polarmohn, die Steinbrechpflanzen und Polargräser trotzten den klirrenden Temperaturen und Stürmen der winterlichen Polarnacht.

All diese Eindrücke konnte ich mit einer digitalen Spiegelreflexkamera Nikon D-200 und mit lichtstarken Profi-Objektiven vom 10 mm Fisheye über ein Makro- bis zum 400 mm Teleobjektiv festgehalten. Die Digitalkamera funktionierte in der hohen Arktis perfekt. Unsere Skiexpedition und die verschiedenen Gesichter Franz Josef Lands werden in einem opulenten Bildband vorgestellt. Voraussichtlicher Erscheinungstermin ist Herbst 2007.

C. Höbenreich

Links:

www.northpolevoyages.com

www.nikon.at

www.fjallraven.se

(li: V. Bojarski, re: C. Höbenreich)